Schlau kooperiert

Das schlaue Füchslein Bild: Staatstheater am Gärtnerplatz

Mit Leoš Janáčeks Oper "Das schlaue Füchslein" im Prinzregententheater startet ein neuartiges Kooperationsprojekt zwischen dem Staatstheater am Gärtnerplatz und der Bayerischen Theaterakademie August Everding der Münchner Musikhochschule.

Neue Strukturen

Gemeinsam bringen das Staatstheater am Gärtnerplatz und die Bayerische Theaterakademie August Everding Leoš Janáčeks Oper Das schlaue Füchslein im Prinzregententheater auf die Bühne. Dabei treten etablierte Solisten aus dem Ensemble des Gärtnerplatztheaters und junge Sänger des Studiengangs Gesang/Musiktheater der Hochschule für Musik und Theater zusammen auf. Für das Gärtnerplatztheater ist es die letzte Musiktheaterpremiere der aktuellen Saison und der Intendanz von Dr. Ulrich Peters. Nach deren Ende wird die nahezu 150-jährige Ensemble-Struktur des Hauses nicht weiter geführt. Somit setzen die Gärtnerplatz-Solisten diese künstlerische Weitergabe an den Nachwuch ans Ende ihrer eigenen Zusammenarbeit als Ensemble.

Janáčeks populärste Oper

„Die Abenteuer der Füchsin Schlaukopf“ lautet die wortgetreue Übersetzung des tschechischen Originaltitels nach einer Novelle von Rudolf Těsnohlídek. Gesungen wird auf Deutsch nach dem tschechischen Original von Peter Brenner unter Verwendung der Übersetzung von Max Brod. Oftmals verstellt eine Realisierung als putzige Kinderoper den Blick auf die Tiefgründigkeit des Werkes – hatte Janáček dieses doch als bereits 70-Jähriger mit eigenen biographischen Anklängen geschrieben. Dargestellt ist in mehreren Episoden die Lebensgeschichte einer Füchsin und ihre Begegnungen mit Mensch und Tier – von Gefangennahme durch den Förster und Ausbruch in die Freiheit über Hochzeit und Mutterdasein bis zum Tod. Am Ende der Oper stehen das „Bewusstsein über das natürliche Werden und Vergehen allen Lebens“ sowie die Feier eines „sich in Freiheit erfüllenden Eros“.

Tschechischer Sommernachtstraum

Das schlaue Füchslein wird auch als tschechischer Sommernachtstraum bezeichnet. Die ausgereifte Tonsprache ist geprägt von sensibler Instrumentation und charakteristischer Rhythmik mit Anspielungen auf eine mährische Folklore. Für die szenische Gestaltung lehnte der Komponist eine Umsetzung in abstrakten Bildern ab, was das Regie- und Ausstattungsteam insofern einhält, indem sie die Lebensgeschichte des Füchslein Schlaukopf in ein Klassenzimmer verlegt. Ganz im Sinne Janáčeks geht es so nicht um die Tierwelt, sondern um die menschliche Gesellschaft und die Entwicklung des Individuums in ihr. Daneben spielen auch Körperlichkeit und tänzerische Elemente eine besondere Rolle.

Andreas Kowalewitz

Die musikalische Leitung hat Andreas Kowalewitz inne, der alternierend mit Joachim Tschiedel, dem musikalischen Leiter an der Bayerischen Theaterakademie am Pult des Orchesters steht. Kowalewitz wurde 1961 in Hannover geboren und absolvierte an der Hochschule für Musik und Theater Hannover ein Klavier- und Dirigierstudium. 1985 wurde er zunächst als Kapellmeister und Solorepetitor an das Staatstheater Kassel engagiert. Als Gastdirigent war er bereits bei den Bochumer Symphonikern, dem Münchner Kammerorchester, den Symphonikern der Oper Bonn und der Württembergischen Philharmonie tätig, sowie am Staatstheater Kassel, wo er 1994 Erster Koordinierter Kapellmeister war. 1996 wurde er an der Oper Nürnberg zum Stellvertretenden Generalmusikdirektor ernannt. Seit 2003 ist Kowalewitz nun am Gärtnerplatz als Kapellmeister engagiert und wird außerdem gerne als Arrangeur von diversen Klangkörpern angefragt.

Rosamund Gilmore

Die Inszenierung liegt in der Hand von Rosamund Gilmore, die bereits an beiden Häusern erfolgreichen inszeniert hat: der Bayerischen Theaterakademie und dem Staatstheater am Gärtnerplatz. Geboren in London absolvierte Rosamund Gilmore ihre Ausbildung im klassischen Ballett an der Elmhurst Ballet School und der John Cranko Schule in Stuttgart. Es folgten erste Engagements als Tänzerin in Augsburg, Kassel und Bonn, wo sie 1979 mit dem Komponisten Franz Hummel die „Laokoon Dance Group“ gründete und als Choreografin arbeitete. Ab 1990 wandte sie sich zunehmend der Opernregie zu und wurde bereits 2007 und 2008 für den Deutschen Theaterpreis FAUST nominiert.

Weitere Informationen

Premiere Leoš Janáček "Das schlaue Füchslein"

25. Juni 2012, 19:30 Uhr

Prinzregententheater, Großes Haus

Prinzregentenplatz 12

81675 München

Tel.: 089/2185–02 E-Mail: info@theaterakademie.de

Bild: Staatstheater am Gärtnerplatz

 

 

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