Protest, Widerstand und Revolution ist Helmut Schleich nicht radikal genug. Für alle, die des Mit-im-Strom-Schwimmens überdrüssig sind, hat der Münchener Kabarettist in seinem neuen Programm "Nicht mit mir!" die ultimative Form seines persönlichen Protests parat.
Nicht mit mir!
Dass der Münchner Kabarettist Helmut Schleich auch der Mann mit den tausend Gesichtern genannt wird hat Programm. In seinem neuen Soloauftritt geht er auf die Barrikaden gegen das Mitläufertum in all seinen Ausprägungen. Mit dabei seine schon legendäre Imitation von Franz Josef Strauß, aber auch einige andere Typen, wie terrorselige Lederhosen-Taliban, Schlagerpsychologen bis hin zum Internetjunkie. So wird eine Widerstandsbewegung ins Leben gerufen, die sich gegen alles richtet, was Schleich persönlich missfällt: Terrorismus, Stuttgart21 oder Facebooks „Gefällt Mir!“-Button.
Allgegenwärtiger Terror
Für Schleich beginnen Störungen bereits in kleinster Dimension, was er zum Beispiel mit musikalischer Unterstützung des Tegernseer Laubbläsers abhandelt - denn „auch ein Laubbläser, kann einen ganz schönen Terror machen." Danach geht es zu existentiellen Fragen, wie der der Atomkraft, wozu der bayerische Rebell Franz Josef Strauß lautstark seine Meinung kund tut. Fortan versucht Schleich, sich der Übernahme durch den CSU-Politiker und anderer Figuren zu erwehren. Meist jedoch ohne Erfolg. Immer wieder übernehmen andere Figuren den Körper des Künstlers – auch eine Form von Terror.
Psychologische Hilfe
In seinem Kampf gegen den inneren Strauß wendet sich Schleich an einen Psychologen und schließlich sogar an den Papst. Doch statt Hilfe entsteht ein Streit zwischen Strauß und Papst Benedikt XVI., wer der größte Bayer aller Zeiten sei. So bleibt dem Kabarettisten nichts übrig, als weiterhin übergangslos und blitzschnell zwischen seinen Rollen zu wechseln. In einem letzten Kampf um die Vorherrschaft seines Körpers treten nochmal alle gegeneinander an: Franz Josef Strauß, Papst Joannes Paul II., Edmund Stoiber, Horst Seehofer, Helmut Schmidt, Hans-Joachim Vogel, Papst Benedikt XIV. und Ottfried Fischer. Doch Schleich verliert und so darf sein Publikum hoffen, dass er sich auch weiterhin den Übernahmeangriffen seiner Persönlichkeiten nicht erwehren kann.
Der internationale Oberbayer
1967 in Schongau geboren, fühlte sich der Oberbayer schnell in seinem Heimatort eingeengt. Bereits mit 16 Jahren gründete er zusammen mit Andreas Rüttenauer und Christian Springer das „Kabarett Fernrohr“ und bis 1997 entstehen zehn Programme mit über 1000 Auftritten von Kiel bis Kiew. Unter anderem auch das Programm „Die Geile Messe“, welches nicht nur bei Kirche oder CSU zu Protesten führte. Danach machte sich Schleich mit der Gruppe OCCAMS im Münchner Lustspielhaus ansässig und gründete das Kleinkunst-Nachwuchsfestival „Kabarett-Kaktus“. Ab 1998 folgten Soloprogramme und zahlreiche Auszeichnungen, wie der 1. Preis beim Paulaner Solo und der goldene Besen des SWR. Ab 2004 eroberte der umtriebige Kabarettist dann auch Radio und Fernsehen mit seiner Comedy "Heinzi & Kurti" auf Bayern1 oder der Satire „Der große Max“ sowie ab 2011 dem SchleichFernsehen im Bayerischen Rundfunk. Vielen unvergesslich bleibt sein Auftritt beim Starkbieranstich am Nockherberg als Franz Josef Strauß, wofür er mit dem tz- Rosenstrauß des Jahres 2010 ausgezeichnet wurde.
Weitere Informationen
Helmut Schleich: Nicht mit mir!
01.06.2012, 20:30 Uhr
Kultur im Schlachthof München
Zernettistraße 9, 80337 München
Tel.: 0 89 / 72 01 82 64 E-Mail: ticket@kultur-im-schlachthof.de
Bild: Pressedownload Website Helmut Schleich