„...ein ganz merkwürdiger Anachronismus“

Der Filmemacher Martin Jehle / Foto: Privat

Der Filmemacher Martin Jehle hat mit seiner Dokumentation „All Gone, Extreme Clean“ über eine australische Tatortreinigerin gerade den Pulikumspreis beim Kurzfimwettbewerb „Und bitte!“ gewonnen. Im Interview spricht er über Tod, Zeit und den besonderen Blick. 

 globe-M: Du hast gerade deinen Film „All gone, Extreme Clean“ beim „Und bitte!“-Kurzfilmwettbewerb in Hannover präsentiert, und dafür prompt den Publikumspreis bekommen. Was war das für ein Gefühl?

Martin Jehle: Das war eine tolle Atmosphäre. Erstmals hab ich den Film einem Publikum gezeigt, das ihn nicht kennt. Es war schön zu sehen, wie die Leute dabei waren, wie sie an den Stellen gelacht haben, die ich auch lustig finde, und an den Stellen betroffen waren, an denen auch ich betroffen bin. Die anderen zwei Filme im Wettbewerb waren teuer produziert und hatten eine tolle Kameraarbeit. Es war schön, da in der Gunst des Publikums gesiegt zu haben. Danach kamen dann alle zu mir und haben mir ihre Karten zugesteckt, das Netzwerken hat funktioniert wie noch nie. Die haben dann gesagt: Wenn du mal eine Doku in 3D drehen willst, da haben wir genau die richtigen Verbindungen. Aber es sind nicht nur diese Business-Leute auf mich zugekommen, sondern auch das Publikum; Leute, die mir gesagt haben, wie der Film sie bewegt hat, oder sie wollten mich noch unbedingt etwas fragen. Das war  ein schönes Gefühl. Da habe ich auch Lee, der Protagonistin, einiges zu verdanken. Es ist unglaublich, wie der Film von ihr lebt. Da komme ich mir immer auch ein bisschen seltsam vor, weil ich eigentlich nicht viel gemacht habe. Klar, ich habe das geschnitten, wie es jetzt ist, aber das hat sich im Grunde auch von allein ergeben. 

globe-M: Du arbeitest sonst anders?

Martin Jehle: Ich habe auch schon auf Festivals gesessen mit Filmen, die ich mir aus den Fingern gesogen habe, die ich komplett selber geschrieben habe, bei denen mir jedes Bild am Herzen lag. Und da hat dann ein Dokumentarfilm gewonnen, bei dem ich dachte: da ist doch nur das Objekt toll, das ihr aufgenommen habt. Und jetzt bin ich selber in der Position gewesen. Ich glaube, „All gone, extreme clean“ hat Herz und Seele, und das liegt vor allem an Lee. Eigentlich hatte sie auch gesagt, dass sie zu der Vorführung kommen wolle. Sie hat sich dann aber den Fuß gebrochen. 

globe-M: „All gone, Extreme Clean“ ist dein erster Dokumentarfilm. Wie kam es dazu?

Martin Jehle: Das kommt daher, dass ich 2010 auf die Sydney Film School gegangen bin, und dachte, ich arbeite ein wenig für die Uni und mache ansonsten meine eigenen Projekte. Aber dann war es Schulalltag, der von der ersten Woche an mit Stundenplänen losging, und Hausaufgaben. Da hieß es dann: Ihr braucht jetzt ein Thema für einen Dokumentarfilm, nächste Woche pitcht ihr den. Ich hatte auf Spiegel Online etwas über deutsche Tatortreiniger gelesen. Hier in Deutschland ist es wohl so, dass das ein Studentenjob ist. Die werden da einfach ohne Ausbildung reingeschmissen, und müssen den Job machen. Ich dachte: Na, das ist ja mal was, und habe eine australische Tatortreinigerin gesucht und auch gefunden, die sogar auf ihrer Website über den Job gebloggt hat. Das habe ich gepitcht, und tatsächlich auch gewonnen, obwohl ich das eigentlich nicht wollte. Denn ich wollte gar keinen Dokumentarfilm machen, und das Thema war mir auch zu heikel. Ich war mir nicht sicher, ob ich das überhaupt aushalte, mit an den Tatort zu gehen. Mir wird schon schlecht, wenn mir Blut abgenommen wird, ich bin für so etwas nicht unbedingt der Beste. Aber ich hatte den Pitch gewonnen, und musste diesen Film machen. 

globe-M: Das heißt, du bist losgezogen und mit an die Tatorte gegangen?

Martin Jehle: Erst mal musste ich mir eine neue Tatortreinigerin suchen. Als die erste gehört hat, dass es den Film tatsächlich geben würde, hat sie nicht mehr mit mir geredet. Wir sind in Filmteams aufgeteilt worden, Kameramann, Tonmann – und meine Produzentin hat dann Lee gefunden. Wir haben ein erstes Gespräch geführt und Lee hat erst mal fünf Stunden am Stück geredet. Ich dachte immer nur: Warum haben wir keine Kamera dabei? Ich will das hier alles aufnehmen. 

globe-M: Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie du da mit deinem Filmteam sitzt, mit Lee sprichst, mit an die Tatorte gehst . . . Was war das für ein Gefühl?

Martin Jehle: Ich war nur am ersten Drehtag mit dem Team unterwegs, wir haben eine sechsminütige Version des Films gemacht, und den auf dem Festival, das an der Filmschule halbjährlich stattfindet, prämieren lassen. Ich wusste ganz genau, ich kann noch mehr aus dem Thema machen, es war auch schon mehr Material da, aber ich musste mich auf die sechs Minuten beschränken, weil es ein Erstsemesterfilm war. Danach habe ich nur noch alleine gedreht und parallel hab ich mich mit Lee angefreundet. Ich bin ganz viel privat mit ihr und ihrem Mann los. Die haben auch ganz gut Geld. Ihre Firma nimmt  800 australische Dollar die Stunde, davon gehen zwar die Chemikalien runter und das Gehalt ihrer Mitarbeiter, aber sie ist völlig ausgebucht und kann arbeiten, soviel sie möchte. Ihr Mann ist auch berufstätig, die beiden haben keine Kinder und haben mich dann so ein bisschen als Adoptivsohn angenommen. 

Da war ich aber noch nicht am Tatort, das habe ich erst gemacht, kurz bevor ich aus Sydney weg bin. Das war ganz schön heftig. Was mich am meisten berührt hat: ein Musiker, der da gestorben war. Er hatte einen Haufen selbstaufgenommener Musikkassetten bei sich im Schrank stehen, die seine Angehörigen nicht haben wollten. Und so sind diese ganzen Tapes ungehört im Müll gelandet. Der hat sein Leben lang Musik aufgenommen, und es interessiert niemanden mehr. Das war ein emotionaler Tiefschlag, gerade, wenn man selbst filmt und schreibt. Auch deshalb ist so ein Publikumspreis natürlich Gold wert. Das hat mich jedenfalls berührt, aber nicht sofort. Das einzig schlimme war der Gestank, aber auch das ging, ich hatte eine Atemmaske und einen Schutzanzug. Wenn ich filme, schafft das immer eine Distanz. Ich war tatsächlich so distanziert, dass ich mich noch an sein Klavier gesetzt und eine dreiviertel Stunde gespielt habe. Ich hatte lange nicht gespielt und dachte: Na, ihn stört es ja wohl nicht mehr. Erst am Abend habe ich mit einer Freundin in Deutschland telefoniert und festgestellt: Ich muss jetzt reden, muss es loswerden. Wir haben drei Stunden am Stück geredet. Ich glaube, das Schlimmste war, dass einem der Geruch nachhängt, man wird ihn nicht mehr los und vergisst ihn auch nicht mehr. Ich bin eine Woche später durch die Stadt gegangen, und habe gerochen, dass da irgendwo ein Toter liegt, keine tote Ratte oder so was. Tiere riechen anders. Lee sagt, den Geruch wird man erst los, wenn man auf dem Klo war. Der Körper speichert den Geruch im Darm, und bevor du nicht auf dem Klo warst, riechst du selber nach Leiche. 

globe-M: Du willst aber noch weiter an dem Film arbeiten?

Martin Jehle: Das Thema Tatortreinigung ist seit ein paar Jahren schon im Kommen, wahrscheinlich durch CSI und diese ganzen Geschichten. Wir wollen versuchen, Geld für einen 90-minüter zu bekommen, obwohl die Förderer sich dann wahrscheinlich fragen, was wir ausgerechnet in Sydney wollen. Aber die Sache ist: Alle anderen Tatortreiniger, die ich kenne, sagen, es sei ein Job wie jeder andere. Wenn ich mich darauf einlassen würde, ginge ich kaputt. Lee lässt sich darauf ein, und geht daran kaputt. Das macht sie so einzigartig.  

globe-M: Du hast auch gebloggt, während du in Australien warst. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass es eine schöne Zeit war, trotz des düsteren Themas, mit dem du dich befasst hast. 

Martin Jehle: Ich würde sagen, dass es die schönste Zeit meines Lebens war. Das war zwar harte Arbeit, aber ich mag die Atmosphäre, ich mag den Strand, ich mag das Wetter, und ich mag, dass die Leute alle so freundlich, so unglaublich nett sind. Ich habe im Internet immer deutsche Presse gelesen, und dachte die ganze Zeit: Das geht doch nicht an, dass da immer alle die ganze Zeit nur meckern.

globe-M: Die berühmte deutsche Depression. 

Martin Jehle: Ich dachte früher immer, künstlerische Produktion gehe mit Traurigkeit einher. Das habe ich auch von meinem Vater so vorgelebt bekommen, der Schriftsteller ist und ein trauriger Mensch, bei aller Fröhlichkeit, die er auch hat. Durch ihn habe ich, sozusagen mit der Muttermilch, künstlerische Praxis kennengelernt. Das war nicht anders bei den Filmlehrern, die ich hatte, bevor ich nach Australien gegangen bin. Das war immer frustrierend, immer schwierig, dort aber habe ich dann Leute kennengelernt, die einfach nur das Interesse hatten, einem alles beizubringen, was sie wissen, die haben bis Mitternacht noch in der Schule Wände hochgezogen, wenn es sein musste, obwohl sie eigentlich Dozenten waren. Die haben für diese Schule alles getan, und vor allem für ihre Studenten. Sie wollten einen einfach nur unterstützen und das war so inspirierend und schön, dass es, glaube ich, ein Leben lang nachhallen wird. Zudem hat es meine Filmpraxis verändert. Ich möchte andere Filme machen, seit ich zurück bin. 

globe-M: Was  hat sich konkret verändert?

Martin Jehle: Meine Filme waren immer verrätselt, ich war mehr am Intellektuellen interessiert, daran, wie ich ein abstraktes Thema konkretisieren kann, um es zu filmen, bis es dann wieder beim Zuschauer abstrakt gemacht wird. Das ist die Bewegung, die ich in allen Filmen versuche, doch ich habe dabei die Emotionen meiner Hauptfiguren zu kurz kommen lassen. Klar, die waren schon auch immer Thema, aber es war nie so, dass ich dachte: Wenn ich die Leute packen will, dann muss ich sie da packen. Und genau da kommt Lee wieder ins Spiel. Ich habe gemerkt: Wenn ich so einen Charakter in meinem Film habe, dann gehen die Leute mit. In meinem nächsten Film bin ich zwar auch wieder auf der abstrakten Seite – es ist ein Horrorfilm, in dem eine Frau eine Katze zur Welt bringt –, aber eigentlich ist es ein Liebesfilm, ein Beziehungsdrama. Derlei habe ich bisher immer sehr abstrakt versucht dazustellen, mir ging es immer mehr um ein Thema, um die Idee. Aber die Emotionen der Figuren in den Vordergrund zu stellen, das ist ein neuer Ansatz für mich, der mit diesen Leuten an der Sydney Film School kam, die anders arbeiten und andere Filme machen, als ich es bisher gewohnt war.

globe-M: Nebenbei hast du ja auch noch deine Filmproduktionsfirma, „Anachrom“. Ihr habt da zum Beispiel einen viralen Spot für die Finanzverwaltung der Länder konzipiert und gedreht. 

Martin Jehle: „Anachrom“ ist der Versuch, von dem zu leben, was wir tun. In Deutschland ist das Problem, dass man immer von der Filmförderung abhängt, und nie genau weiß, wann man von wem Geld bewilligt kriegt. Wenn man eine Förderung bekommt, kann man schon eine Weile davon leben, und ein Projekt realisieren, aber gerade im No-Budget-Bereich wird unglaublich viel gestrichen, so dass man vielleicht die Produktion bezahlt bekommt, aber sämtliche Gagen nicht. Wenn wir überleben wollen, können wir uns nicht nur auf die Förderung verlassen, sondern müssen auch Sachen machen, die ohne Förderung Geld einbringen. Damit starten wir seit Januar richtig durch. Wir müssen mittlerweile schon Projekte absagen. Aber eine Existenzsicherung ist es trotzdem noch nicht. Wir könnten zwar auch mehr Aufträge annehmen, aber dann wäre es so, dass wir nur noch für andere arbeiten, wo aber doch eigentlich Sinn der Sache war, dass wir uns Freiräume für unsere eigenen Projekte schaffen. Wir haben noch nicht so ganz raus, wie man diese Balance hält. Außerdem muss ich auch noch mein Diplom schreiben.

globe-M: Worum wird es da gehen?

Martin Jehle: Meine Filme kreisen immer um Zeitlichkeit, deshalb werde ich wohl auch darüber schreiben, in letzter Zeit hatte ich noch eine zweite Idee, nämlich, über Plausibilität zu schreiben. Ich habe letztens mit meiner Freundin über Wolfgang Iser und die Leerstelle gesprochen. Eine Leerstelle ist immer dort, wo zwei Enden aneinander stoßen, und man sich vorstellen kann, was dazwischen passiert, wie wenn ich in einem Film sehe, dass zwei Leute sich Küssen, Schnitt, ich sehe dieselben zwei, wie sie im Bett liegen und rauchen, dann weiß ich, was dazwischen passiert ist. Was mich reizt ist die Frage, wie ich eine Sache anpacken muss, ganz praktisch gesprochen, damit die Leute sich vorstellen können, was in meiner Leerstelle passiert, also: Was macht Dinge plausibel? Ist es ein kollektives Gedächtnis, ist es eine gesellschaftliche Konvention?

globe-M: Komplexes Projekt.

Martin Jehle: Ja, sowohl Plausibilität als auch Zeit. Sobald es um Begriffe wie „Kollektives Gedächtnis“ geht, ist man eigentlich schon im Abseits. Und wenn man sich mit Zeit beschäftigt, muss man sich auch mit Metaphysik beschäftigen. Ich habe ein tolles Buch gelesen, „Die negative Theologie der Zeit“, in dem steht: Wer heute Wissenschaft betreibe, müsse sich mit Liebe und Metaphysik auseinandersetzen. Ich finde das einen tollen Satz. Ich habe einen Film gemacht, der eigentlich nur tote Leute in einem Raum zeigt, ansonsten sind nur Requisiten im Raum. Anhand der Requisiten kann man erschließen, was vor Beginn des Films passiert ist. Eine der Requisiten ist ein Tonband, das die letzten fünf Minuten des toten Protagonisten aufgenommen hat und während wir das Band abhören, erschließt sich uns die bereits vergangene Handlung. Der Film heißt „Mein letztes Band“ und arbeitet stark mit Zeitlichkeit, und auch mit der Frage: Wie kann ich anhand der Requisiten einen Tathergang erzählen, also plausibel machen? Das wird sicherlich auch in der einen oder anderen Form in der Diplomarbeit auftauchen.

globe-M: Gab es eine Initialzündung? Etwas, was dich zum Film getrieben hat?

Martin Jehle: Es ging los, da war ich fünf oder sechs Jahre alt, und mein Vater hat mir „Spiel mir das Lied vom Tod“ gezeigt, der damals noch ab 18 war. Er wusste damals schon genau, dass ich den Film verstehen werde und er hat ihn danach auch mit mir besprochen. Als Cheyenne am Schluss stirbt, muss ich wahnsinnig geheult haben. Mein Vater hat mir erst letzte Woche gesagt, dass er sich daran erinnert, wie er deswegen ganz betroffen war. Bis dahin hatte ich vielleicht „Das Dschungelbuch“ gesehen, oder vielleicht mal einen Bud-Spencer-Film. „Spiel mir das Lied vom Tod“ hat ein ganzes Feld aufgemacht. Das hat mich gereizt, und ich habe unglaublich viele Filme geguckt, auf dem Gymnasium bis zu zwei oder drei täglich. Und irgendwann, nach dem Sportunterricht, bin ich mit meinem besten Freund nach Hause, wir hatten eine VHS von „2001 – Odyssee im Weltraum“ aufgetrieben. Wir waren beide furchtbar müde und kurz vor dem Einschlafen, und der Film macht es einem ja auch nicht gerade einfach. Und alle paar Minuten dachte ich: Ah, jetzt weiß ich, wie der Hase läuft, und stellte dann fest: Nein, doch nicht, das wird immer abstrakter und weitläufiger und unfassbarer. Gleichzeitig merkte ich, wie da immer mehr Themenfelder, immer mehr Ideen aufgebaut werden und dachte: Film kann mich völlig verblüffen, Film kann Ideen auf eine Art konkret machen, die ich ihm nicht zugetraut hätte. 

globe-M: Das noch in so einer Müdigkeitstrance.

Martin Jehle: Das war ganz merkwürdig. Das ist heute noch so: Tarkowskij ist mein Lieblingsfilmemacher, aber ich kann abends keinen  Film von ihm gucken, sonst schlafe ich ein. Tarkowskij muss man morgens schauen. Ich komme aus einer alten Protestantenfamilie, die Geistliche waren, Kirchenmusiker, später dann Klavierbauer, und ich habe das Gefühl, ich habe da so eine Haltung mitbekommen: Es geht in erster Linie nicht um den Spaß im Leben, es geht um das Große und Wahre. Und deshalb kann mir Tarkowskij auch der Liebste sein, während er mich müde macht. 

globe-M: Und wie sieht dann deine ideale Zukunft aus? Was für Filme möchtest du machen?

Martin Jehle: Ich neige ja ohnehin zum Größenwahn. Ich habe zwar nie alles erreicht, was ich erreichen wollte, aber es war immer spannend, wohin ich durch meinen Anspruch an mich selbst geraten bin. Ich möchte unabhängig sein, und meine Filme machen. Wenn das im kleinen Rahmen passiert, wäre das schon gut. Alle zwei, drei Jahre ein Low-Budget-Film , der auf Festivals ankommt. Aber ganz ehrlich will ich Filme machen, weil ich Leute erreichen will, eine möglichst große Masse an Leuten, die sich mit dem beschäftigen, was ich für wichtig halte. Ich will niemandem irgendwas aufdrücken, meine Filme haben ja keine Message, wenn, dann so wie in „All gone, Extreme Clean“, wo nicht ich die Message habe, sondern Lee. Aber ich glaube, dass ich eine besondere Sicht auf die Dinge habe. Ich bin Einzelgänger, das war ich immer schon, ich habe auch jetzt das Gefühl, ich bin in der Gesellschaft ein ganz merkwürdiger Anachronismus. Ich bin schräg im Leben gelandet, gut zwar, aber schräg. Ich glaube auch, es ist ganz konsequent, dass ich beim Dokumentarfilm gelandet bin. Eigentlich sind alle meine Filme Dokumentarfilme, die versuchen, mein Innenleben möglichst klar zu fassen. 

globe-M: Vielen Dank für das Gespräch

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