Alleine durch Europa

Brook Pridemore

Was treibt eigentlich einen New Yorker Musiker auf Tour durch Deutschlands Kleinstädte? Globe-M sprach mit dem Songwriter Brooke Pridemore über das Tourleben und seine Erwartungshaltung Europäern gegenüber. 

Globe-M: Du warst in den vergangenen Wochen auf ausgiebiger Europa-Tour. Warst Du vorher schon einmal in Europa, speziell in Deutschland?

Brook Pridemore: Ja, ich bin in diesem Jahr zum dritten Mal in Deutschland gewesen. Ich habe insgesamt 26 Konzerte in Europa gespielt. Davon 13 in Deutschland und sieben in Frankreich. Außerdem war ich noch in Spanien, Belgien und in der Schweiz. Ich glaube, ich bin ganz schön rumgekommen. 

Globe-M:
Was hast Du im Vorfeld von Deiner Tour erwartet und wie waren letztendlich Deine Eindrücke?

Brook Pridemore: Eigentlich kann man nie wissen, was einen im Anschluss einer ausgiebigen Amerika-Tour in Europa erwarten wird. In den USA muss man weitere Wege zwischen den Konzerten zurücklegen, das ist sehr anstrengend. Außerdem spiele ich dort in kleineren Venues, als ich das mittlerweile von Europa gewöhnt bin.

Um ehrlich zu sein, erwarte ich normalerweise, dass niemand mit mir redet und ich schlecht behandelt werde, weil ich Amerikaner bin. Aber überraschender Weise waren die Menschen alle ziemlich offen und nett zu mir, egal wo ich war.

Globe-M: Es kommen immer mehr Musiker aus Amerika, speziell aus New York, über den großen Teich, um hier in wirklich kleinen Locations aufzutreten. Kann man mit einer solchen Tour Geld verdienen? Wo sind die Unterschiede zwischen Konzerten hier in Europa und denen bei Euch in Amerika?

Brook Pridemore: Man kann in der Tat mehr Geld in Europa verdienen, als das häufig in Amerika der Fall ist. Die Europäer wollen immer noch CDs oder Vinyl kaufen. Außerdem veröffentliche ich immer ein paar Platten bevor ich nach Europa komme. So habe ich Musik dabei, die das Publikum noch nicht kennt. Aber wichtiger als das Geld ist das Gefühl, so gut behandelt zu werden. Das tut schon gut.

Globe-M: Wie schwierig ist es eigentlich solch eine lange Tour zu planen? Und welche Probleme tauchen immer wieder auf?

Brook Pridemore: Es ist eigentlich gar nicht so schwer eine Tour auf die Beine zu stellen, wenn man etwas vorausschauend plant. Ich beginne mit dem Booking für eine April-Tour bereits im November. Das einzige Problem ist, dass man die Clubs oder Bars mittlerweile wirklich frühzeitig anschreiben muss, da sich deren Terminpläne sehr schnell füllen.

Globe-M: Welche Stadt beziehungsweise welchen Ort fandest Du besonders beeindruckend?

Brook Pridemore: Ich glaube das eindrucksvollste Konzert dieser Tour habe ich in Östringen gespielt. Ich bin mit meinem Set zwischen einer Coverband (ein Gitarre/Cajon-Duo) aufgetreten. Ostringen ist eine wirklich kleine Stadt, 20 Kilometer südlich von Heidelberg. Nach der Show haben mir die Besucher dann erzählt, dass ich wahrscheinlich der erste amerikanische Musiker bin, der je in der Stadt gespielt hat. Das war schon ein bisschen verrückt.

Globe-M: Was wird das Erste sein, was Du in New York tun wirst?

Brook Pridemore: Schlafen, Essen und Freunde treffen!

Globe-M: Letzte Frage: Welche Pläne hast Du für den Rest des Jahres?

Brook Pridemore: Ich möchte gerne ein neues Album aufnehmen und einen einfacheren Weg finden, durch Amerika zu touren. Nach Europa werde ich wahrscheinlich wieder in einem Jahr kommen. Da freue ich mich schon drauf.

Globe-M: Wir danken für dieses Gespräch.


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