Gemütliche Sitzkissen, Bücherregale und natürlich Bücher ohne Ende – mitten in der Stadt und unter freiem Himmel. Die Initiative „StadtLesen“ hat zum Ziel, Lesespaß in den öffentlichen Raum zu bringen.
Zum vierten Mal zieht StadtLesen diesen Sommer durch ausgewählte Städte in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien.
Das Konzept der Veranstaltungsreihe ist ebenso einfach wie innovativ: Auf einem zentralen Platz in der Stadt werden bequeme Sitzkissen und andere Sitzgelegenheiten aufgebaut, dazwischen Bücherregale gestellt und fertig ist das öffentliche Lesewohnzimmer.
Have a break…
StadtLesen ist eine Einladung an die Bürger der Stadt, im Alltag eine kleine Pause einzulegen, sich mit einem spannenden Buch hinzusetzen und einfach ein bisschen zu schmökern. Das Erlebnis „Lesen“ und der Spaß an Büchern und Literatur soll auf diese Weise für alle Menschen, egal welcher Herkunft, erlebbar und begreifbar gemacht werden.
In den Regalen stehen rund 3 000 Bücher aus den unterschiedlichsten Literaturkategorien. Neben Romanen, Sachbüchern, Klassikern und Krimis gibt es auch Kinderbücher, Kochbücher und Kunstbildbände.
Die Bücher sind Restexemplare, die von Verlagen wie Suhrkamp, Insel, Ravensburger, Piper, Obelisk, Heyne, GU, Diogenes oder Carlsen gespendet wurden. Bei einer solchen Vielfalt findet sich für jeden Lesegeschmack und jede Gemütslage das passende Buch.
Und das Mitmachen bei StadtLesen ist kinderleicht: Ein Besucher nimmt sich ein spannendes Buch, macht es sich auf einem der Sitze gemütlich und liest, solange er oder sie will. Danach wird das Buch wieder ins Regal zurückgestellt.
Manchmal kommt es vor, dass ein Leser sich überhaupt nicht von einem Buch trennen kann und es in aller Ruhe zu Hause weiterlesen möchte. In diesem Fall kann das Buch gegen eine Spende von fünf bis zehn Euro (je nach Buchgröße) auch mitgenommen werden.
Ein Wochenende voller Bücher
Eine StadtLesen-Veranstaltung findet immer über das Wochenende statt, um möglichst vielen Menschen die Gelegenheit zu bieten, einmal ganz unverbindlich die Welt der Bücher und der Literatur kennenzulernen.
Denn natürlich richtet sich StadtLesen nicht nur an Menschen, die sowieso schon gerne lesen, sondern auch an Leute, die im täglichen Leben eher weniger mit Büchern in Kontakt kommen. Auf entspannte Art und Weise wird so der Spaß am Lesen und am gedruckten Buch vermittelt und gleichzeitig die individuelle Lesekompetenz gestärkt.
Sonntag ist Familienlesetag, an dem besonders Familien und Kinder eingeladen werden, das Bücherangebot zu nutzen. Dieses Jahr gibt es auch erstmals einen Integrationslesetag, bei dem Bürger und Bürgerinnen mit Migrationshintergrund selbst geschriebene Texte in ihrer Muttersprache vorlesen können. Zusätzlich finden in manchen Städten Lesungen mit bekannten Schriftstellern statt, um das Literaturerlebnis noch zu verstärken.
Innovation aus Salzburg
Die Veranstaltungsreihe wurde von der Innovationswerkstatt Sebastian Mettler aus Salzburg entwickelt und steht in Deutschland und Österreich unter der Schirmherrschaft der jeweiligen UNESCO-Kommission.
2012 gastiert StadtLesen von April bis Oktober in ingesamt 21 deutschen, österreichischen, schweizerischen und italienischen Städten. Nachdem die Büchertour in diesem Jahr Fürth und Berlin bereits besucht hat, ist die nächste Station in Deutschland Zwickau, gefolgt von München, Stuttgart, Chemnitz, Neu-Ulm, Weiden, Saarbrücken und Ingelheim.
Zu den österreichischen Lese-Städten gehören Bregenz, Salzburg, Insbruck, Klagenfurt, Graz, Linz und Wien, dazu kommen St. Gallen in der deutschsprachigen Schweiz und Meran und Bozen in Südtirol/Italien.
Weitere Informationen
Auf der Website von StadtLesen gibt es eine detaillierte Liste der ausgewählten Lesestädte mit den entsprechenden Veranstaltungsdaten.
StadtLesen findet immer vier bis fünf Tage lang statt, entweder von Donnerstag bis Sonntag oder von Freitag bis Montag. Öffnungszeiten sind von morgens bis zum Einbruch der Dunkelheit. Der Eintritt ist frei.